Welcher Honig ist der gesündeste

Welcher Honig ist der gesündeste? 9 Sorten im Vergleich

Honig gilt seit Jahrhunderten als natürliches Hausmittel – doch nicht jeder Honig ist gleich. Je nach Sorte unterscheidet sich nicht nur der Geschmack, sondern auch die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Einige Honige enthalten besonders viele Antioxidantien, andere wirken stark antibakteriell oder sind besonders gut verträglich für Magen und Darm.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Honigsorten besonders gesund sind, worauf ihre Wirkung beruht und welche Sorte am besten zu deinen Bedürfnissen passt. Von Manuka-Honig bis Heidehonig – wir vergleichen neun beliebte Honige und zeigen, was sie so besonders macht.

Was macht Honig so gesund? 

Honig enthält natürlichen Zucker (hauptsächlich Fructose und Glucose) sowie geringe Mengen an Mineralstoffen und Aminosäuren. Entscheidend für die gesundheitliche Wirkung sind aber die bioaktiven Substanzen wie Antioxidantien (Polyphenole, Flavonoide), antibakterielle Verbindungen (z. B. Methylglyoxal, H2O2) sowie bestimmte Proteine wie Bee-Defensin‑1. Studien zeigen, dass besonders dunkle Honige eine höhere antioxidative Kapazität besitzen als helle Sorten, und dass Manuka Honig aufgrund seines hohen MGO-Gehalts (MGO = Methylglyoxal) eine starke antibakterielle Wirkung entfaltet.

Welcher Honig ist der beste und gesündeste? Diese Sorten überzeugen

Die gesündesten Honig Sorten im Vergleich

Manuka‑Honig: Ein antibakterieller Gesundheitsbooster

Manuka‑Honig aus Neuseeland (Leptospermum scoparium) enthält außergewöhnlich hohe Mengen an Methylglyoxal (MGO), was ihm nicht‑peroxidische Antibakterienaktivität verleiht. In Zellstudien zeigte er Wirkung gegen Staphylococcus aureus und E. coli, mit minimalen Hemmkonzentrationen ab etwa 75 mg MGO/kg (vgl. Johnston et al., 2018). Auch die antioxidative Wirkung ist höher als bei vielen anderen Sorten. Eine Analyse von MyFoodData (abgerufen am 05.08.25) ergab, dass nur Honigtau‑Honig ähnliche Werte erreicht. Manuka Honig unterstützt Wundheilung, lindert Halsschmerzen und kann laut einer Studie sogar bei multiresistenten Keimen wirksam sein (vgl. Kot et al., 2020).

Lesetipp: in dem Beitrag "Städtische Imkerei" geht es um die Klima-Vorteile von Bienenhaltung im urbanen Raum

Tannenhonig: Mineralstoffreich und besonders aromatisch

Tannen‑ oder Waldhonig enthält mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als Blütenhonige – etwa Eisen, Kalium, Magnesium – und zeichnet sich durch ein kräftiges Aroma aus. Diese Honigsorten gelten als dunkle Honige mit hohem Polyphenol‑Gehalt und guter antioxidativer Wirkung.

Lavendelhonig: Mild, beruhigend und reich an Antioxidantien

Lavendelhonig hat einen angenehm mild‑blumigen Geschmack. Blumige Sorten wie Lavendel zeigen in Analysen vergleichsweise gute Mengen an Flavonoiden und phenolischen Verbindungen, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken.

Tipp: Aus Honig lässt sich auch eine wolhtuende Gesichtsmaske herstellen.

Akazienhonig: Gut verträglich und lange flüssig

Akazienhonig ist hell, mild im Geschmack und kristallisiert nur langsam. Er enthält relativ viel Fructose und hat ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Fructose und Glukose. Das wiederum macht ihn gut verträglich – auch bei leichter Fructoseintoleranz. Der antioxidative Gehalt liegt dafür allerdings eher im unteren Bereich.

Deutscher Honig: Welcher deutsche Honig ist der beste und gesündeste?

In Deutschland erzeugte Honige wie Heide-, Linden‑, Phacelia‑, Löwenzahn‑ und Raps‑Honig stammen in der Regel aus regionaler, biodynamischer Imkerei. Besonders Heide‑ und Honigtau Honig haben einen hohen Polyphenol‑Gehalt und wirken damit antioxidativ und entzündungshemmend. Raps‑, Phacelia‑ oder Lindenhonig sind mild, gut verträglich, habe aber eine geringere antioxidative Wirkung.

Lust auf leckere und einfache Honig-Rezepte? Dann wirf einen Blick in den Beitrag Honig – Rezeptideen.

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Honig bei gesundheitlichen Beschwerden

Hilft Honig bei Durchfall? Wirkung und Anwendung

Honig kann aufgrund seiner leicht antibakteriellen Wirkung und osmotischen Eigenschaften unterstützend wirken bei mildem, nicht bakteriell bedingtem Durchfall. Wichtig ist aber, ihn verdünnt und in Maßen einzusetzen, kein Ersatz für ärztliche Therapie.

Gut zu Wissen: Honig hat eine hohe osmotische Aktivität, weil er sehr viel Zucker enthält. Dieser hohe Zuckergehalt entzieht Mikroorganismen (wie Bakterien und Pilzen) Wasser, was deren Wachstum hemmt oder verhindert. Deshalb wirkt Honig von Natur aus konservierend und antimikrobiell.

Honig gegen Husten, Halsschmerzen und Entzündungen

Honig – insbesondere Manuka oder dunkle Sorten – wirkt lindernd bei Halsschmerzen und Husten, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Ein Teelöffel Manuka Honig kann helfen bei trockenem Reizhusten. Auch Studien bei MRSA‑Infektionen zeigen Wirkung in topischer Anwendung (vgl. Nolan et al., 2020).

Honig vs. Ahornsirup – was ist gesünder?

Kalorien:
Honig liefert etwa 300 kcal pro 100 g, Ahornsirup etwa ähnlich (ca. 260–270 kcal), beide bestehen überwiegend aus Zucker

Zuckerprofil und Mikronährstoffe:
Honig enthält Fructose (~40 %), Glucose (~30–40 %) sowie kleine Mengen Mineralstoffe, Aminosäuren und Antioxidantien. Ahornsirup bietet zwar einige Mineralien (z. B. Mangan, Zink), aber keine antibakteriellen oder polyphenolischen Eigenschaften wie Honig.

Vorteile und Nachteile:
Honig punktet mit antioxidativen und antibakteriellen Eigenschaften – vor allem bei rohem oder Manuka-Honig. Ahornsirup enthält teilweise mehr Mineralstoffe, ist aber weniger komplex in seiner Wirkung. Beide sollten wegen des Zuckeranteils nur in Maßen konsumiert werden.

Nährwerttabelle von Honig

Honig Kalorien pro 100 g: ca. 300 kcal
Kohlenhydrate / Zucker: ca. 80 g Zucker, davon Fructose ~40 g, Glucose ~35 g, restliche Zuckerarten 
Mikronährstoffe: Calcium ~20 mg, Eisen ~1 mg, Kalium ~176 mg, Zink, Magnesium in kleinen Mengen

Nährwertttabelle von Ahornsyrup

Nährwerttabelle von Ahornsirup

Ahornsirup Kalorien pro 100 g: ca. 260–270 kcal
Kohlenhydrate / Zucker: ca. 67 g Zucker, überwiegend Saccharose, wenig Glucose und Fructose
Mikronährstoffe: Mangan ~1,6 mg, Zink ~0,2 mg, Kalium ~210 mg, Calcium ~100 mg, Eisen, Magnesium in Spuren

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Die wichtigsten Honigsorten und ihre gesundheitlichen Vorteile

Honigsorten im Vergleich

HonigsorteHauptvorteile
Manuka HonigAntioxidativ & entzündungshemmend
WaldhonigReich an Mineralien & Antioxidantien
PhaceliahonigMild, regional, leicht blumig
LöwenzahnhonigMineralstoffreich, regional
FenchelhonigWürziger Geschmack, verdauungsfördernd
Raps‑HonigSehr mild, gut kristallisierend, verträglich
Heide‑HonigDunkel, hoher Polyphenolgehalt, antioxidativ
LindenhonigAromatisch, beruhigend, pollenreich
BlütenhonigVielseitig, oft milder Geschmack

Kennzeichnung von Manuka-Honig: UMF und MGO einfach erklärt

Manuka-Honig ist wie gesagt für seine starke antibakterielle Wirkung bekannt. Dafür verantwortlich ist vor allem der Wirkstoff Methylglyoxal (MGO). Um die Qualität und Wirksamkeit von Manuka Honig beurteilen zu können, gibt es zwei wichtige Kennzeichnungssysteme: MGO und UMF.

Die MGO-Kennzeichnung gibt an, wie viel Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm Honig enthalten sind (z. B. MGO 250+ = 250 mg/kg). Je höher der MGO-Wert, desto stärker die antibakterielle Wirkung des Honigs.

Die UMF-Kennzeichnung (Unique Manuka Factor) stammt aus Neuseeland und bewertet neben MGO auch weitere bioaktive Inhaltsstoffe wie Dihydroxyaceton (DHA = natürliche Verbindung, die im Nektar der Manuka-Blüte vorkomm) und Leptosperin (natürlich vorkommender Pflanzenstoff). Sie ist ein umfassenderes Qualitätssiegel und wird in Werten wie UMF 10+, UMF 15+ usw. angegeben.

Beide Kennzeichnungen helfen dabei, echten, medizinisch wirksamen Manuka-Honig zu erkennen. Das ist besonders bei der Anwendung gegen Infektionen oder zur Wundheilung wichtig.

Welche Honigsorte passt zu welchen Bedürfnissen?

Vorteile verschiedener Honigsorten
  • Für starke antibakterielle Wirkung: Manuka‑Honig (hoher MGO-Wert), ggf. dunkle Honigtau‑Sorten
  • Für hohe Antioxidantien und Mineralien: Waldhonig, Heide‑Honig, Honigtau‑Honig
  • Für Beruhigung und Geschmack: Linden‑, Phacelia‑, Blüten‑Honig
  • Für leichte Verträglichkeit / Magen-Darm: Akazien-, Raps‑Honig

Fazit: Welcher Honig ist der gesündeste?

Manuka Honig führt das Feld an, wenn es um antibakterielle, antioxidative und medizinisch belegte Wirkungen geht – insbesondere mit UMF‑Siegel oder MGO-Kennzeichnung. In Deutschland bietet Honigtau‑ oder Heidehonig eine heimische Alternative mit sehr hohem Polyphenol‑Gehalt. Für den täglichen, milden Genuss sind Linden‑, Phacelia‑ oder Blütenhonig besonders geeignet. Raps‑Honig und Akazien‑Honig sind die beste Wahl, wenn es um Verträglichkeit geht.

Häufig gestellte Fragen zu „Welcher Honig ist der gesündeste?“

Ist Manuka‑Honig wirklich gesünder als andere Sorten?

Manuka‑Honig enthält besonders viel MGO, was ihm eine hohe antibakterielle Wirkung verleiht. Er ist in Studien wirksamer bei bestimmten Bakterien als viele andere Honigsorten. Studien zeigen, dass nur Honigtau‑Sorten vergleichbare antioxidative Werte erreichen.

Kann ich Honig täglich essen, ohne zuzunehmen?

Solange Du ihn in u003cstrongu003eMaßenu003c/strongu003e verwendest (z. B. 1–2 TL täglich), ist das kein großes Problem. Honig hat Kalorien, liefert aber auch bioaktive Substanzen. Achte dennoch auf den Gesamtzuckerkonsum aus allen Quellen.

Welcher Honig ist gut für den Magen‑Darm‑Trakt?

Für u003cstrongu003eDurchfall oder Verdauungsbeschwerdenu003c/strongu003e eignen sich milde, leicht verdauliche Honige wie u003cstrongu003eAkazien‑ oder Lindenhonigu003c/strongu003e. Wenn es um antibakterielle Wirkung geht, kann auch u003cstrongu003eManuka Honigu003c/strongu003e unterstützend sinnvoll sein – aber nicht als Ersatz bei ernsten Beschwerden.

Wie erkenne ich hochwertigen deutschen Honig?

Hochwertiger deutscher Honig ist idealerweise u003cstrongu003erohu003c/strongu003e (nicht erhitzt), aus u003cstrongu003eregionaler Imkereiu003c/strongu003e, mit klarer Herkunftsangabe, möglichst u003cstrongu003ezertifiziertu003c/strongu003e (z. B. Bio‑Siegel). Regionale Sorten wie Heide, Linden oder Honigtau zeichnen sich meist durch mehr u003cstrongu003eBioaktivitätu003c/strongu003e aus und du vermeidest lange Transportwege.


Quellen

Johnston M, McBride M, Dahiya D, Owusu-Apenten R, Nigam PS. Antibacterial activity of Manuka honey and its components: An overview. AIMS Microbiol. 2018 Nov 27;4(4):655-664. doi: 10.3934/microbiol.2018.4.655. PMID: 31294240; PMCID: PMC6613335.

MyFoodData. (o. D.). Nutrition Comparison: Honey. Abgerufen am 5. August 2025, von https://tools.myfooddata.com/nutrition-comparison/169640/wt1/1/1

Kot B, Sytykiewicz H, Sprawka I, Witeska M. Effect of manuka honey on biofilm-associated genes expression during methicillin-resistant Staphylococcus aureus biofilm formation. Sci Rep. 2020 Aug 11;10(1):13552. doi: 10.1038/s41598-020-70666-y. PMID: 32782291; PMCID: PMC7419495.

Nolan VC, Harrison J, Wright JEE, Cox JAG. Clinical Significance of Manuka and Medical-Grade Honey for Antibiotic-Resistant Infections: A Systematic Review. Antibiotics (Basel). 2020 Oct 31;9(11):766. doi: 10.3390/antibiotics9110766. PMID: 33142845; PMCID: PMC7693943.

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